Lese- und Medienkompetenz – Punkt.
Dieser Vorstoss hatte eigentlich ein wichtiges Anliegen: die Lese- und Medienkompetenz unserer Kinder und Jugendlichen zu stärken. Nur hatte er ein kleines Problem: Man musste zuerst einmal verstehen, was genau verlangt wurde. Die Schlussfolgerung brachte es auf stolze 449 Zeichen. In einem einzigen Satz. Wer sich durch «Mechanismen und Modi», «statistische Daten», «wissenschaftliche Erkenntnisse» und «fortschrittliche Entwicklungen» gearbeitet hatte, durfte sich am Ende durchaus fragen, ob hier nicht bereits ein erster Praxistest zur Lesekompetenz eingebaut worden war. Unser Einwand war deshalb bewusst mit einem Augenzwinkern formuliert: Wer bessere Lesekompetenz fordert, könnte vielleicht bei der eigenen Verständlichkeit beginnen. Kürzere Sätze. Klare Aufträge. Und ab und zu dieses völlig unterschätzte Satzzeichen namens Punkt. Der Grosse Rat verstand zumindest diese Botschaft ziemlich deutlich: 90 Nein gegen 32 Ja – 73,77 Prozent lehnten das Postulat ab. Ob wir damit die Lesekompetenz im Wallis verbessert haben, wissen wir nicht. Aber wir haben immerhin bewiesen, dass das Parlament einen Punkt machen kann. Punkt.
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